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10.03.2015
gesehen 6944 Kommentare 32

Meine Erfahrung mit Kreatin

Vorab: Der folgende Bericht ist schildert meine persönliche Erfahrung, die ich vor allem älteren Lesern nicht vorenthalten möchte. Ich vertreibe weder Kreatin, noch andere Supplemente und bin auch an keiner einschlägigen Firma beteiligt.

In jungen Jahren hielt ich die Ergänzung meiner Nahrung mit Kreatin (und Supplementen überhaupt) für überflüssig. Ich spürte kaum einen Unterschied, ob ich nun Kreatin zuführte oder nicht. Ich war schon über 50, als ich glaubte, einen Leistungsrückgang zu verspüren. So versuchte ich heraus zu finden, ob ich vielleicht mit täglich 5 Gramm Kreatin zu meiner alten Leistung zurückfinde. Tatsächlich war der Effekt überraschend eindeutig. Bei den meisten Übungen konnte ich 5 bis 10% zulegen. Vielleicht handelt es sich um einen psychosomatischen Effekt, dachte ich mir.  Als mein Vorrat an Kreatin aufgebraucht war, sorgte ich deshalb nicht für Nachschub. Nach einigen Wochen sank meine Leistungsfähigkeit, langsam, aber merklich auf das vorherige Niveau. Ich spekulierte über alle möglichen Ursachen. Tatsächlich fiel mir die Möglichkeit eines Mangels an Kreatin zuletzt ein. Ich ging in die Literatur. Kreatin ist ein Monohydrat, eine organische Säure, die die Muskeln mit Energie versorgt. Kreatin findet sich vor allem in Fisch und Fleisch und wird in Niere, Leber und Bauchspeicheldrüse synthetisiert (eine ausführliche Beschreibung findet sich bei Wikipedia).  Mit zunehmendem Alter lässt diese Fähigkeit jedoch nach. Leistungseinbußen und Verlust an Muskelmasse sind die Folgen. Der Rückgang lässt sich aber durch Aufnahme synthetischen Kreatins kompensieren. Ich startete meinen zweiten Versuch – mit  demselben Effekt. Die Leistung stieg wieder auf das vorherige Niveau und der Magermasseanteil um 2.5 Kg.

Das Angebot an Kreatin auf dem Supplemente Markt ist riesig. Reines Kreatin hat bei mir zu gelegentlichen Muskelkrämpfen geführt. Nicht so bei Kre-Mag, einem Produkt das zusätzlich Magnesium enthält und das ich deshalb empfehle. In der Literatur habe ich keine Hinweise auf Nebenwirkungen gefunden. Das ist auch der Grund dafür, dass Kreatin nicht auf der Dopingliste steht. Die Wirkung von Kreatin geht jedoch weit über die reine Muskelphysiologie hinausgeht und beeinflusst unter anderem auch die kognitiven Fähigkeiten. Ein Blick in die Studien zu diesem Thema lohnt sich.

 

Ihr Werner Kieser

Kommentare

  • 11.03.2015 | Gerhard Rentschler:

    Sehr geehrter Herr Kieser, wurde bei Ihnen in den Laborwerten ein Mangel an Kreatin festgestellt? Viele Grüße Gerhard Rentschler

  • 11.03.2015 | Ginkel:

    Sehr geehrter Herr Kieser, zunächst einmal möchte ich Ihnen für den Beitrag danken. Ich habe ebenfalls einige Erfahrungen mit Kreatininmonohydrat, kam auf dessen Verwendung aus Auszügen veröffentlichter Studien in den 90ern. Ihre Selbstversuch enthält leider eine kleine Unsauberkeit. Da Sie auf einen psychosomatischen Effekt abstellten, bleibt eben dieser selbstverständlich erhalten, wenn das Präparat wissentlich abgesetzt wurde. Explizit beschrieben Sie dies so. Auf der anderen Seite meinten Sie, dass die Leistungssteigerung mit Absetzung völlig verschwand. Das wiederum ließe allerdings auf einen Placeboeffekt schließen, da kein Trainingserfolg festgestellt wurde. Mit mehr Arbeitsintensität hätten Sie also gesteigerte Konstitution zurück behalten müssen, wenn das Training nicht unterbrochen worden war. Andererseits möchte ich auch erwähnen, dass mir kein Nachweis bekannt ist, dass die Zuführung von Kreatinin-Präparaten keinen Einfluss auf die natürliche Bereitstellung im Körper hat. Diese Vermutung steht für mich im Raum, könnte aber bereits widerlegt oder bestätigt sein und wäre ebenfalls meine aktuelle Frage. Mit besten Grüßen R. Ginkel

  • 13.03.2015 | Werner Kieser:

    Lieber Herr Rentschler, lieber Herr Ginkel, ich habe vor der Einnahme keine Blutuntersuchung gemacht und natürlich war mein Selbstversuch kein Doppelblindtest. Es handelt sich um eine persönliche Erfahrung ohne den Anspruch wissenschaftlichen Kriterien zu genügen. Es gibt aber eine ganze Menge akkurater Studien zum Thema Kreatin, zum Beispiel von Prof. Dr. Theo Wallimann, der sich an der ETH über Jahrzehnte mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Ohne das Wissen um diesen Hintergrund hätte ich meine Erfahrung auch nicht publiziert. Eine interessante Erfahrung gab es in Zusammenhang mit der Kreatin-Einnahme. Bei einer Blutuntersuchung in einem anderen Zusammenhang wurde bei mir ein erhöhter Kreatininwert festgestellt, was u.a. ein Anzeichen für eine Niereninsuffizienz sein kann. Ich setze das Kreatin ein paar Tage ab und der Wert normalisierte sich wieder. Man sollte seinen Arzt also bei einer Blutuntersuchung ggf. darauf hinweisen, wenn man ein Kreatin-Präparat einnimmt. Ihr Werner Kieser

  • 17.03.2015 | Thomas:

    Hallo Herr Kieser, ich überlege schon länger, ob ich Creatine einmal ausprobieren soll. Welche Dosierung wäre denn sinnvoll? Braucht man eine Ladephase und eine Entladephase oder ist es besser, Creatine durchgängig zu nehmen?

  • 17.03.2015 | Werner Kieser:

    Lieber Thomas eine Lade- bzw. Entladephase ist nicht nötig. Als tägliche Dosis wird im Allgemeinen 5 Gramm empfohlen. Ich würde mich an die Empfehlungen auf der Verpackung halten. Ihr Werner Kieser

  • 22.03.2015 | Diczky:

    Danke für den Post. Ein kleiner Schönheitsfehler hat sich eingeschlichen: "Die Wirkung von Kreatin geht jedoch weit über die reine Muskelphysiologie ***hinausgeht*** und beeinflusst unter anderem auch die kognitiven Fähigkeiten. Ein Blick in die Studien zu diesem Thema lohnt sich."

  • 22.03.2015 | Werner Kieser:

    Lieber Diczky, vielen Dank für den Hinweis! Ihr Werner Kieser

  • 31.03.2015 | Michael:

    Spielt es eine Rolle das Kreatin - nüchtern, - vor oder nach dem Training, einzunehmen? Vielen Dank für eine kurze Info!

  • 31.03.2015 | Werner Kieser:

    Lieber Michael, es ist sinnvoll, etwa eine halbe Stunde vor dem Training nüchtern 5 Gramm aufzunehmen. Es gibt Athleten, die unmittelbar nach dem Training nochmals dieselbe Dosis aufnehme. Persönlich habe ich darauf verzichtet. Ihr Werner Kieser

  • 01.04.2015 | Melanie:

    Darf man Kreatin auch in heiße Getränke einrühren oder nur in kalte?

  • 02.04.2015 | Werner Kieser:

    Liebe Melanie, ich habe Ihre Frage Herrn Professor Wallimann vorgelegt. Hier seine Antwort: "Kreatin in wässriger Lösung ist nicht besonders temperatur-stabil, besonders bei Temperaturen über 80 Grad, d.h. man soll Kreatin nicht für längere Zeit (mehr als etwa 30 Minuten) heiß halten. Kreatin kann aber gut in heißen Getränken angerührt werden,es löst sich dadurch schneller und in weniger Volumen vollständig auf. Der so angemachte Drink sollte aber dann nicht für längere Zeit heiß gehalten werden, sondern, wenn die Temperatur auf „ trinkfähig“ abgekühlt ist, eingenommen werden, so wie man es mit Tee oder Kaffee auch macht. Längere Zeit (mehr als 30 minuten bei 100 Grad) fördert die Umwandlung von Creatine zu Creatinine, was an sich weiter nicht schlimm ist, aber die Konzentration des gewünschten Wirkstoffes „Creatine“ erniedrigt und diejenige von Creatinine erhöht. Das passiert aber erst nach gewisser Zeit bei höheren Temperaturen. Wichtig ist, dass man generell, wenn man Kreatin einnimmt, auch genügend extra Flüssigkeit zu sich nimmt, z.B. bei 3 Gramm Kreatin pro Tag zusätzlich ca. 300 ml Wasser konsumiert. Falls das Kreatin in kaltem Wasser oder Getränken aufgelöst wird, hat das den Vorteil, dass es für 3 Gramm sowieso ca. 300-400 ml Volumen braucht, um das Kreatin einigermaßen aufzulösen, in heißem Getränk allerdings, kann man 3 Gramm Kreatin gut in nur 100 ml oder weniger Volumen auflösen. Falls Sie letzteres tun, würde ich empfehlen dann eben extra noch ein Glas Wasser zu trinken." Ihr Werner Kieser

  • 03.04.2015 | INGO:

    Immer redet man hier von "Intensität", und "hartem" Training, jetzt noch sogar von Kreatin, damit man ja noch härter trainieren kann. Fakt ist jedoch dass in keinem Kieser Studio so etwas geduldet wird. Sobald man den ersten Ton von sich gibt (wenn man wirklich hart trainiert ist das nun mal so), wird man von kritisches Blicken der Kunden und Instruktoren erfasst, macht man weiter, kriegt man gleich die erste Verwarnung. Zu sagen"Im Kieser trainiert man nach HIT" ist Contradictio in adiecto.

  • 03.04.2015 | Werner Kieser:

    Lieber Ingo, wir "dulden" es nicht nur, sondern fördern es. Natürlich ist es jedem freigestellt wie weit er in dieser Hinsicht gehen will. Nur sollte man trainieren nicht mit demonstrieren verwechseln. Hartes Training ist eine stille Angelegenheit. Stöhnen und Ächzen dienen dazu, nach außen Aufmerksamkeit zu erregen. Dass solche geräuschvollen Imponier-Rituale verbreitet sind, ändert nichts daran, dass sie überflüssig sind und kein Zusammenhang mit der Intensität einer Übung besteht. Die Supplementierung mit Kreatin ist ab mittlerem Alter sinnvoll - ob trainiert wird oder nicht - da sich die Eigenproduktion mit zunehmendem Alter zurückbildet. Ihr Werner Kieser

  • 03.04.2015 | ingo:

    Ihre Ansichten und die Ihrer Franchisenehmer bzw. Stammbetriebe sind leider nicht kongruent, so leid es mir für sie tut. Ich finde Ihr Verhalten bezüglich meinem Eintrag sehr indifferent. Ihr Versuch meinen Einwand groteskerweise ins lächerliche zu ziehen, um die Sache zu verzerren, ist mehr als fraglich. Wer hart trainiert weiss, dass es nicht ohne Töne oder keuchen geht, ja sogar übergeben muss man sich, und dies passiert nicht in aller Stille.

  • 03.04.2015 | Werner Kieser:

    Lieber Ingo, genau das habe ich 1978 erlebt: Casey Viator hat trainiert bis zum Übergeben ohne vorher akustisch oder sonst wie aufzufallen. Dasselbe mit Boyer Coe und den Mentzer Brüdern. Schweres atmen oder hecheln ist normal. Das Motiv zu stöhnen und zu schreien aber ist psychologisch offensichtlich. Es ist auch nicht lächerlich, sondern einfach menschlich. Auch ich habe bis zu dieser Einsicht geräuschvoll trainiert. Wenn ich Ihnen mit meiner Diktion nahe getreten bin, möchte ich mich entschuldigen. Das war nicht meine Absicht. Ihr Werner Kieser

  • 05.04.2015 | Andreas:

    Stimme Hr. Kieser hier 100%ig zu. Schweres Atmen bzw. Schnaufen ist normal bei hartem Training, aber das Brüllen und Stöhnen ist überflüssig und auch nicht leistungsfördernd. Empfehle, seine Energie auf die Technik und Ausführung zu konzentrieren. Jedoch stimmt es schon, KIESER vertritt HIT, aber nur eine Minderheit in den Studios trainiert wirklich danach, die Mehrheit trainiert nicht bis Versagen oder gar mit eher geringer Intensität. Und für dieses Publikum wäre somit ein Training mit 2-3 Sätzen pro Übung wirkungsvoller, zumindest bezüglich Muskelaufbau (sofern gewünscht). Bezüglich Kreatin gehe ich einig mit Hr. Kieser. Ich selbst habe als es in den USA aufkam (ca. Mitte 90er Jahre) damit experimentiert, anfangs noch mit der damals üblichen Auflade-Phase (20g pro Tag). Beim ersten Mal waren die Resultate sehr bemerkenswert, danach weniger, aus welchen Gründen auch immer. Hatte dann später auch mal Magen-Probleme mit Kreatin, vermutlich wegen zu hoher Dosis oder/und schlechter Qualiät des Produkts. Danach machte ich einige Jahre Pause. Als ich vor ca. 2 Jahren die Artikel von Hr. Kieser im alten Blog las, machte ich wieder einen Versuch mit Creapur-Kreatin und eben nur 2-3 g pro Tag (Einnahme jeweils morgens nach dem Aufstehen (vor dem Frühstück), aufgelöst in 5dl Wasser ohne Kohlensäure). Die Effekte sind eindeutig positiv und sicher kein Placebo-Effekt (habe im Laufe der Jahre schon einiges ausprobiert und kenne meinen Körper gut). Magnesium nehme und nahm ich sowieso immer zu mir, somit kein Kreatin-Produkt mit Magnesium, das von Hr. Kieser erwähnte Produkt hatte ich nie getestet, ist sicher auch ok. Bin mittlerweile über 50, trainiere seit über 30 Jahren und empfehle Kreatin für Trainierende ab ca. 40-45, in geringer Dosis d.h. 2 bis max. 5 g pro Tag. Man muss nicht dauerhaft einnehmen, kann auch nach 4 Wochen dann eine Pause einlegen, bis der Spiegel wieder sinkt. Ansonsten ist Kreatin einen Versuch wert für Sportler wie Kampfsport. Rudern u.ä. Und natürlich Kraftsport und Bodybuilding. Ein Muss ist es nicht, aber ich finde die Ergänzung in meinem Alter sinnvoll bzw. eindeutig postiv. Nebenwirkung bzw. schädliche Wirkung gibt es bei diesen Dosierungen eher kaum. Die Ausführungen von Hr. Kieser betreffend Kreatin-Spiegel bei älteren Menschen sind zutreffend, kann man auch im Web nachlesen (zahlreiche Studien usw.). Wen es interessiert, soll einfach mal selber ausprobieren. Gutes Kreatin ist mittlerweile hierzulande leicht erhältlich (empfehle Creapur-Produkte (div. Marken bieten es an). Es handelt sich um reines (deutsches) Creatin-Monohydrat, pur und von guter Qualität (Reinheit). Z.T. wird auch Kreatin von evt. zweifelhafter Qualität angeboten (Rohstoff aus China usw.).

  • 13.04.2015 | Anke Buchholz:

    Ich kann da Ingo nur beipflichten. Leider ist dem " allgemeinen " Kieser Kunden ein anstrengendes Training eher befremdlich. Dieses wird in aller Regel durch die zuarbeitenden Ärzte verschlimmert. Lieber ein bisschen weniger Gewicht und dafür längere Satzzeiten. Ein Blick auf die meisten Trainingskarte sagt ebenfalls alles. Keinerlei Progression. Dasselbe Gewicht, dieselbe Zeit, aber es ist eben " schick " geworden gesundheitsorientiert zu trainieren. Eine Anstrengung im Kieser Training zu erbringen ist eher schon peinlich geworden, weil Sie erschreckend auf andere Kunden wirkt. Bei einem der letzten Besuche wurde ich allen ernstes während! des Beinpressens mit 2 x 480lb von einer Kundin angesprochen, ob dieses den noch gesund sei. Sie war völlig irritiert, weil ich eben sehr oft und sicherlich auch etwas lauter atmen musste. Und um hier Missverständnissen vorzubeugen; das Gewicht war nicht zu Demozwecken gewählt, sondern zu Traininsgzwecken. Also nicht zusätzliche Kreatineinnahme zur Leistungssteigerung, sondern hartes Training ist die richtige Empfehlung für 95% aller Kieser Kunden, aber das ist in Kieser Betrieben offensichtlich eher zur Floskel verkommen.

  • 15.04.2015 | Thomas:

    Lieber Herr Kieser, bei Wikipedia habe ich einen Hinweis auf eine akutelle Studie gefunden, wonach ein "erhöhtes Risiko des Auftretens von Hodenkrebs durch die Einnahme von Kreatin als Teil von Nahrungsergänzungsmitteln für Sportler festgestellt worden" sein soll. Die Brown University, USA, setzt sich auch mit diesem Artikel auseinander: https://news.brown.edu/articles/2015/04/muscles Was halten Sie bzw. Prof. Dr. Wallimann, den Sie ja hier genannt haben, hiervon?

  • 16.04.2015 | Werner Kieser:

    Lieber Thomas, Ich habe Professor Wallimann gefragt. Hier seine Antwort: "Das Problem ist, dass diese Personen nicht nur Creatine sondern auch das anabole Steroid Norandrolone (und wahrscheinlich noch viel anderes) zu sich genommen haben. Von Norandrolon gibt es gesicherte Evidenz und mehrere gute Arbeiten, dass dieses anaoble Steroid Hodenkrebs erzeugt….also was ist hier die Überraschung? Zusätzlich wurde noch Creatine genommen und nun soll Creatine der Culprit sein ? Wir werden uns an der kommenden Konferenz beraten und die Sports-Experts von USA und Australien werden eine Letter to the Editor in dieser Angelegenheit und was die Aussage der Stude anbelangt, schreiben." Herr Professor Wallimann wird mich über den weiteren Fortgang der Untersuchung informieren. Ihr Werner Kieser

  • 16.04.2015 | Werner Kieser:

    Liebe Anke Buchholz, das freut mich außerordentlich, dass Sie mit 480lb an der B6 trainieren! Dies sollte andere Kunden eher zu vermehrter Anstrengung motivieren als dazu, gesundheitliche Zweifel anzumelden. Sie haben Recht: Es ist nur eine Minderheit, die jede Übung wirklich bis zum Versagen der involvierten Muskeln durchzieht. Nach meinen Beobachtungen ist dies nicht nur bei Kieser der Fall ist, sondern überall, mal abgesehen von Hardcore Bodybuilding Studios. Es war für mich aber eine überraschende, wenn auch späte Erkenntnis, dass selbst diese Kunden vom Training profitieren. Natürlich werden sie kaum je 480lb an der B6 schaffen. Das sollte aber jene, die hart trainieren - was ich absolut unterstütze, jedoch nicht befehlen kann - nicht stören. Dass der Sauerstoffbedarf bei hartem Training steigt und heftiges Atmen verursacht ist ja selbstverständlich. Das hat aber nichts mit der akustischen Selbstdarstellung zu tun, die ich vorausgehend angesprochen habe. Ihr Werner Kieser

  • 18.04.2015 | Marco:

    Lieber Herr Kieser, ich habe festgestellt, dass viele junge Kollegen Kreatin einnehmen, um mit mehr Gewicht trainieren zu können. Sie meinen auch, man dürfe es nicht allzu lange nehmen. Das gäbe Schäden. Ist es denn wirklich so unbedenklich, wie sie sagen, ab 50 täglich 3 gr einzunehmen? Und muss die Einnahme kurz vor dem Training erfolgen?

  • 18.04.2015 | Werner Kieser:

    Lieber Marco, ich wiege gegen 90 Kilogramm. Deshalb sind 5 Gramm wohl angemessen. Für jemanden mit einem Gewicht von 60 Kilogramm reichen wohl 3 Gramm. Die Einnahme sollte etwa eine halbe Stunde vor dem Training erfolgen. Eine Schädlichkeit konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Darum steht es auch nicht auf der Dopingliste. Ihr Werner Kieser

  • 19.04.2015 | Gast:

    @Herr Kieser: Die Empfehlung, man solle Creatin VOR dem Training einnehmen, ist mir neu. Bisher las ich immer, der (tägliche) Einnahmezeitpunkt spiele keine Rolle, da das eingenommene Creatin im Körper gespeichert werde (d.h. zumindest eine Zeitlang). Ab und zu wird noch empfohlen, die Einnahme NACH dem Training sei gut, da dann der Körper das Creatin besonders gut in den Muskeln einlagern könne. Wäre Ihnen dankbar, für eine kurze Begründung bzw. Quelle Ihrer Empfehlung bezüglich Einnahme-Zeitpunkt. Im Übrigen liest man oft, es sei empfehlenswert, während der Creatin-Einnahme-Phasen besonders viel Wasser zu trinken d.h. vermehrt, auch hier würde mich eine Stellungnahme interessieren.

  • 28.04.2015 | Werner Kieser:

    Lieber Gast, hier die Antwort von Herr Prof. Dr. Wallimann:

    „Betreffend Einnahmezeitpunkt gibt es tatsächlich verschiedene Meinungen, aber eine Ansicht, die mir auch sinnvoll erscheint ist, dass man Kreatin nach dem Training zusammen mit einem Carbohydrate Drink und, wie der Kunde unten erwähnt, mit zusätzlich Wasser einnimmt. Carbohydrates fördern duch Insulin-release die Kreatin Aufnahme und nach dem Training ist der Muskel bereit neue Nährstoffe aufzunehmen. Zudem ist die Durchblutung gesteigert. Das heißt im Klartext: Creatine am besten im Zusammenhang mit Exercise ( präferentiell post-exercise) zu sich nehmen. Da der Kreatin-Transporter (CRT), über den das Kreatin in die Muskelzellen gelang ein sog. Kreatin-NaCl-Cotransporter ist, das heißt mit jedem Kreatin Molekül das in die Muskelzelle geschleust wird gleichzeitig ein Kochsalz ( Na Cl) aufnimmt, wird der osmotische Druck in den Muskelzellen, besonders, wenn viel Kreatin aufgenommen wird, erhöht, weil das NaCl in der Zelle, den Einstrom von Wassermolekülen fördert. Deshalb ist es gut genügend Wasser zu trinken zusammen mit Kreatin ( für 3 Gramm Kreatin mind 300 ml Wasser, das hilft auch, dass sich das Pulver gut im Wasser löst. Das erklärt auch den anfänglichen Gewichtszuwachs von 1-2 kg je individuell verschieden, und entsprechend der Kreatin Dosierung, das heißt Wasser-Einlagerung. Was dann später wieder rausgeht, weil das eingeführte NaC via Na-K-ATPase unter Energieaufwand wieder aus der Zelle gepumpt wird und dann auch wieder überschüssiges Zellwasser nach außen fließt. Die Zunahme von Muskelmasse erfolgt dann eher längerfristig und hat nichts mit dem eher kurzfristigen Gewichtszuwachs infolge Wasser-Einlagerung zu tun. Bei 3-5 Gramm Creatine pro Tag sind diese Betrachtungen nicht so relevant, weil sie nicht so ins Gewicht fallen, aber falls hoch-dosiert Kreatin genommen wird, was ich persönlich nicht empfehle, dann schon.

    Auf Wunsch sende ich Ihnen gerne Literatur zu diesem Thema zu. Bitte schreiben Sie mir auf Werner.kieser@kieser-training.com.

    Creatine post-exercise zusammen mit gutem nutritionional mix ( amino acids etc) PLUS Carbohydrates ! scheint am besten zu wirken.“

    Ihr Werner Kieser

  • 28.04.2015 | Gast:

    Sehr geehrter Hr. Kieser: Danke für die Antwort, reicht mir vollkommen. Da mache ich offenbar alles richtig. Hatte seitdem ich diese Dinge aufgeschnappt hatte, den Eindruck die Ergebnisse bzw. Wirkung von Creatin war besser und v.a. ohne Nebenwirkungen (Magen). Das mit dem Postworkout-Drink mache ich seit den 90er Jahren (jeweils Wasser mit einfachen Kohlenhydraten (oder Orangensaft) mit leichtverdaulichem Proteinpulver (Whey), plus dann eben z.T. noch mit 2-3 g Creatin-Pulver. Die Muskel-Erholung ist auf jeden Fall schneller wenn ich das mache (man merkt es am nächsten Morgen (man fühlt sich weniger "gerädert" :)) Mit freundlichem Gruss

  • 25.05.2015 | Norbert:

    Lieber Werner, in der Studie zum Zusammenhang zwischen Nahrungsergänzungsmitteln und Hodentumoren ist der Verdacht, dass Kreatin krebserregend ist, begründeter als von Ihnen dargestellt. Sie hatten das Steroid Norandrolone im Verdacht Hodentumore auzulösen. Tatsächlich war das auch ein Teil Präperate, die die Studienteilnehmer mit Hodentumoren eingenommen hatten. Hodentumore hingen aber auch mit der Kreatineinnahme zusammen: In der Studie heißt es auf Seite 1248: "We further conducted exploratory stratified analyses examining associations with TGCC [Testicular germ cell cancer] for the major types of MBS [Muscle Building Supplements] use reported by the study population and found that the use of MBS containing ingredients of both creatine and proteins increased the risk of TGCC significantly (OR = 2.55, 95% CI: 1.05–6.15)" (Li et al. 2015). Übersetzt heißt das soviel wie "Hodentumore hängen mit der gleichzeitigen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zusammen, die Proteine und Kreatin enthalten". Es kann natürlich sein, dass diese Nahrungsergänzungsmittel mit Steroiden verunreinigt waren, aber ich frage mich, ob nach dieser Studie nicht etwas mehr Vorsicht bei der Bewertung von Kreatin angemessen wäre. Viele Grüße Norbert

  • 28.05.2015 | Werner Kieser:

    Lieber Norbert, da ich nicht Biochemie studiert habe, bin ich auf die Aussagen von Wissenschaftlern angewiesen. Deshalb zitiere ich Aussagen und Antworten von Professor Wallimann, einem der führenden Experten auf diesem Gebiet. Ihr Werner Kieser

  • 23.07.2015 | Hans:

    Hallo lieber Werner, ist Dir bekannt, ob Kreatin unwirksam wird, wenn man es zusammen mit Koffein (Kaffe, Guarana etc.) einnimmt? Mit Kreatin habe ich selbst gute Ergebnisse erzielt: Agiler, stärker, "wachsamer" und bessere "Denkfähigkeit". Beste Grüße, Hans

  • 23.07.2015 | Werner Kieser:

    Lieber Hans, das sei offenbar ein Mythos, hab ich gelesen. Die Idee dahinter ist wohl, dass Kaffee den Körper entwässere, was nicht stimmt. Die Quelle ist mir nicht gegenwärtig, werde mich aber noch erkundigen, da ich öfters dieser Aussage begegne. Ihr Werner Kieser

  • 23.07.2015 | Werner Kieser:

    Lieber Hans, habe etwas recherchiert. Sie haben Recht. Das Thema ist offensichtlich komplexer als ich dachte. Professor Wallimann, Spezialist für Kreatin-Forschung, empfiehlt wie folgt: Kreatin sollte nicht gleichzeitig zusammen mit Kaffee, Guarana oder anderen Koffein-enthaltenden Getränken eingenommen werden. Sinnvoll zu beachten wäre eine Zeitspanne von vielleicht zwei bis drei Stunden zwischen der Einnahme von Kreatin (vorteilhaft zusammen mit Carbohydrates) und dem Konsum von Koffein. Generell sollte auf übermässigen Koffeinkonsum (zB. mehr als 4-5 Tassen Kaffee) verzichtet werden, falls man eine leistungssteigerndeWirkung von Kreatin erreichen möchte. Ihr Werner Kieser

  • 19.11.2015 | Dittmar:

    Sehr geehrte Hr. Kieser, kann man durch Kreatin Schlafstörungen kriegen und wieviele Stunden vor dem Schlafengehen sollte man Kreatin eingenommen haben ? Mit freundlichen Grüße Hr. Dittmar

  • 15.05.2016 | Alfred Stein:

    Mich macht Kreatin eher wach und stört beim einschlafen. Deshalb nehme ich es immer morgens und in geringer Dosis 1g.

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