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28.11.2015
gesehen 3387 Kommentare 5

Verpasste Chance

Liebe Blog-Leser,

Der Deutsche Bundestag hat am 18. Juni ein Präventionsgesetz verabschiedet. Auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit heißt es: „Ziel des Gesetzes ist es, der Prävention den Stellenwert einzuräumen, den das Thema in unserer Gesellschaft braucht. Wir müssen uns nicht nur damit auseinandersetzen, wie Krankheiten verhütet werden sollen, sondern auch die Frage stellen, was langfristig gesund hält.“1)

Klingt erst einmal gut. Doch wie sieht es mit der Umsetzung aus? Mit dem „Leitfaden Prävention“ legt der GKV-Spitzenverband – die zentrale Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland – „Handlungsfelder und Kriterien für die Leistungen der Krankenkassen in der Primärprävention und betrieblichen Gesundheitsförderung (...) vor, die für die Leistungserbringung vor Ort verbindlich gelten. Der Leitfaden bildet die Grundlage für die Förderung bzw. Bezuschussung von Maßnahmen, die Versicherte dabei unterstützen, Krankheitsrisiken möglichst frühzeitig vorzubeugen und ihre gesundheitlichen Potenziale und Ressourcen zu stärken.“2)

In der aktuellen Fassung des Leitfadens werden primärpräventive Interventionen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Mellitus Typ 2, bösartige Neubildungen, Krankheiten der Muskeln, des Skeletts und des Bindegewebes sowie Depressionen und Angststörungen empfohlen. Desweiteren werden Handlungsfelder und Präventionsprinzipien, Voraussetzungen, Kernziele, Förderkriterien, Inhalte der Maßnahmen und Programme beschrieben. Und Ausschlusskriterien – wie beispielsweise reine oder überwiegend geräte gestützte Angebote.

Während der DSSV – der Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen – im Branchenbrief den Erfolg feiert, „dass qualitätsgesicherte Angebote in Sport- oder Fittnessstudios erstmalig explizit als empfehlenswerte Maßnahmen zur verhaltensbezogenen Primärprävention genannt werden“, staune ich darüber, dass ein rein gerätegestütztes Training weiterhin von der Förderung ausgeschlossen bleibt -offensichtlich ungeachtet von wissenschaftlichen Daten und Fakten, Qualitätskriterien, oder der Frage, ob die für die Zielgruppen definierten Kernziele dadurch wirksam, kostengünstig und nachhaltig erreicht werden könnten.

Wie ein Beteiligter berichtet, sei Krafttraining trotz der Vorlage von Studien „als nicht gesundheitsrelevant“ eingestuft worden. „Ist dies schon Dummheit, hat es doch Methode.“ Shakespeare möge mir die Modifikation verzeihen – „Tollheit“ reicht hier nicht mehr.

Ihr Werner Kieser


1)
http://www.bmg.bund.de/themen/praevention/
fragen-und-antworten-zum-praeventionsgesetz.html
2)
Leitfaden Prävention, Handlungsfelder und Kriterien
des GKV-Spitzenverbandes zur Umsetzung der §§ 20
und 20a SGB vom 21. Juni 2000 in der Fassung vom
10. Dezember 2014, S. 6

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Kommentare

  • 07.12.2015 | Wolffi79:

    Guten Tag Herr Kieser, ich habe es schon lange aufgegeben. Zwar soll es noch einige ges. KK in Deutschland geben welche Kiesertraining fördern, dies soll aber angeblich eine rechtliche Grauzone darstellen, weshalb meine KK es nicht mehr fördern dürfe. Auch gibt es die Möglichkeit des Rehasports. Erlaubt ist hierbei ein betreutes Gerätetraining bei dem man in einer Art Zirkeltraining mit dem Ziel der sportlichen Ertüchtigung "rumgescheucht" wird. Der Nutzen scheint mir nicht nur fraglich, sondern auch gefährlich. Allerdings muß ich auch sagen das nach langjährigem Kiesertraining dieses alleine zumindest für mich nicht ausreichend ist um alle Belange der Prävention abzudecken. Aber im Rahmen einer Teilförderung des Krafttrainings als ein Baustein würde schon Sinn machen.

  • 18.12.2015 | Werner Kieser:

    Lieber Wolffi79, was würden Sie noch vorschlagen um "alle Belange abzudecken" (abgesehen von einer sinnvollen Ernährung)? Ihr Werner Kieser

  • 29.01.2016 | B.P:

    Der Grund dieser Ignoranz oder vielleicht auch Arroganz bez. der zweifellosen Erkenntis von Krafttraining, liegt nicht im Willen der Logik, sondern im unwillkürlichen Triebe der Natur, sich der Anstrengung, und erst recht der freiwilligen zu entziehen. Erst wenn man es schafft, das "Ich" von der Instinktiven Natur zu lösen, gelangt man in eine Art: transzendenter Vernunft. Die Mehrheit der Menschen, scheint davon noch weit entfernt zu sein.

  • 07.02.2016 | Helmi :

    Grundlage des Präventionsgesetz ist die "Hilfe zur Selbsthilfe". Gymnastik-Übungen die man in diversen Gymnastik-Stunden erlernt hat, soll man Zuhause für die Erhaltung der Gesundheit weiter Üben. Krafttraining an Maschinen hat man Zuhause nicht und somit ist die "Hilfe zur Selbsthilfe nicht gegeben. Dieses Argument ist nur dumm und blöd!

  • 19.03.2016 | little_drop:

    Was mir bei Kieser Training fehlt ist Gleichgewichtstraining. Was nützen alten Menschen die ganzen Muskeln, wenn sie im Bus beim Bremsen stürzen und sich den Schenkelhals brechen? In anderen Fitnessstudios und bei Physiotherapie gibt es dafür Übungen (z.B. mit balance board etc.)

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