Kein Leuchtturm, aber ein leuchtendes Kaninchen

Viele Menschen gehen davon aus, dass wir – wie alle anderen Tiere – von einem Gott geschaffen wurden. Für andere hat die Evolution alle Lebewesen hervorgebracht. Eine Tatsache jedoch muss Gläubigen wie Ungläubigen zu denken geben: Nach einer
nunmehr vier Milliarden Jahre dauernden Entwicklungsgeschichte kommt ein Lebewesen aus der Gruppe der Hominiden auf die Idee, eigenhändig neue Arten von Lebewesen zu kreieren, Lebewesen, die sich nicht durch die quasi blinde Selektion ergeben.

So schufen Forscher beispielsweise ein fluoreszierendes Kaninchen durch Implantation
des Gens einer grün fluoreszierenden Qualle in den Embryo eines weißen Kaninchens. Ich bin mir nicht sicher, ob einer Vielzahl von Zeitgenossen die Brisanz dieser Neuerung bewusst ist. Natürlich ist es eine prima Sache, wenn wir mit der Gentechnik
unheilbare Krankheiten zum Verschwinden bringen. Dass wir aber Lebewesen, inklusive Menschen, nach Zwecken kreieren können, öffnet eine Büchse der Pandora. Nicht umsonst überschreibt der Forscher Yuval Noah Harari in seinem Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ das letzte Kapitel mit dem Titel „Das Ende des Homo sapiens“. Ein wichtiges Buch!

Ihr Werner Kieser

Kommentare

  • 11.10.2016 | Harald Schwab:

    Sehr geehrter Herr Kieser Herzlichen Dank für Ihre immer sehr interessanten Themen, welche Sie auf Ihrer Homepage veröffentlichen! Ich empfinde die Denkanstösse welche Sie einem mit auf den Weg geben als sehr eindrucksvoll und möchte mich hiermit bei Ihnen persönlich herzlichst bedanken. Sportliche Grüsse und bitte weiter Harald Schwab

  • 12.10.2016 | Werner Kieser:

    Lieber Herr Schwab, es freut mich, dass Ihnen unsere Beiträge gefallen. Ihr Werner Kieser

  • 14.10.2016 | Hans Schulz:

    Ja, dann werde ich mir mal dieses Buch zur Brust nehmen, toller Denkanstoss! Liebe Grüsse Hans

  • 13.12.2016 | Randolf Knäulein:

    Guten Tag, Herr Kieser! Ich bin nun schon langjähriger Kieserer, aber glaube nicht an eine Evolution, nicht mal eine theistische, ja, ich glaube an Schöpfung, an Kreation, an ein Intelligent Design. Dr. Richard Wiskin, das Magazin Factum, die Studiengemeinschaften Wort und Wissen oder der Deutsche Christliche Technikerbund, dies alles sind gute Quellen, die andere Theorie, neben der Evolutionstheorie zumindestens einmal anzusehen. Spinnerei oder Tatsachen, das kommt auf den jeweiligen Glauben an. Ein Onkel, der Rektor war, sagte mir, jetzt - in der Rente - darf er erstmals über diese Theorien, z. B. um Prof. Dr. Werner Gitt nachdenken, ohne "Konsequenzen" befürchten zu müssen. Die familiengefährdende Gender-mainstreaming-Ideologie überrollt uns ja quasi auch... Es grüßt, wünscht des biblischen Gottes reichen Segen, in diesem Sinne frohe Weihnachten und Advent (Ankunft des Retters, Jesus), guten Rutsch und ein gesundes & gesegnetes Jahr 2017, Ihnen und Familie. Randolf Knäulein Joh. 3, Vers 16: "Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen (einzigen) Sohn gab, damit ALLE DIE AN IHN GLAUBEN nicht verlorengehen, sondern das ewige Leben haben."

  • 13.12.2016 | Werner Kieser:

    Lieber Randolf Knäulein, erst mal freut es mich, dass Sie schon langjährig Kieser Training machen. Dann danke ich Ihnen für die Feiertagswünsche; auch Ihnen wünsche ich geruhsame Feiertage. Ihr Glaube sei Ihnen unbenommen. Ich bin der Ansicht, dass Religion "Geschmacksache" ist. Kritisch wird es erst, wenn Vertreter einer Glaubensrichtung Menschen mit anderer Ausrichtung zwingen wollen, ihre Überzeugung zu übernehmen. Dann wehre ich mich. Sie zitieren aus der Bibel. Ein faszinierendes Buch, zweigt es doch die Problematik mit denen der Sapiens konfrontiert war: dem Übergang vom Jäger- und Sammlerdasein zur Sesshaftigkeit. Da Sie und viele Leser dieses Blogs ja wissenschaftlich interessiert sind, hier noch drei Buchempfehlungen:"Tagebuch der Menschheit - Was die Bibel über unsere Evolution verrät", "Eine kurze Geschichte der Menschheit" und "Die Geburt des Monotheismus im alten Iran". Ihr Werner Kieser

  • 16.12.2016 | Jürgen Bastian:

    Glaube muß zur Überzeugung werden, und Überzeugung resultiert nur aus Verstehen der Schöpfung und deren Gesetzen. Religionen sind ein Dogma die den Menschengeist binden und ihn am Aufstieg hindern. Nur der Mensch der in sich frei bleibt und die Gottesgesetze ( Naturgesetze, Schöpfungsgesetze) kennt und dann darnach lebt steht fest in der Schöpfung. Zu diesem Thema empfehle ich das Buch " Im Lichte der Wahrheit". Liebe Grüße, Jürgen Bastian

  • 27.12.2016 | Gerhard :

    Guten Tag Herr Kieser, Vielen Dank für ihren Beitrag und die Reflexion. Es wäre interessant wenn Sie ihren Gedanken bezüglich der Pandora Büchse, etwas runterbrechen würden. Was genau hätten wir zu befürchten (ethisch), Ihrer Meinung nach? Wie kommen Sie auf die Idee die Evolution sei frei von Teleologischen Ansprüchen? Ist der Zweck ihrer nicht die Art-Erhaltung? Diese gezüchteten Wesen, haben nicht die gleiche Lebensqualität wie "echte" aus der Natur aus erschaffene Kreaturen. Man weiss dass ihre Lebenserwartung gering ist und sie in ihren physiologischen Funktionen gewissermassen eingeschränkt sind. Beste Grüsse

  • 27.12.2016 | Werner Kieser:

    Lieber Gerhard, meine Bedenken sind weniger ethischer Natur als vielmehr im Sinne des Überlebens unserer Spezies. Ein Beispiel aus meiner Büchse der Pandora: Die Züchtung von menschenähnlichen Kreaturen, mit hohen kognitiven und körperlichen Fähigkeiten, vernetzt mit mit artifizieller (digitaler) Intelligenz, könnte sich - aus nachvollziehbaren Gründen - gegen ihre Kreatoren wenden. Die die jüdische Golem-Saga würde Wirklichkeit. Es scheint tatsächlich so, dass die Evolution nicht teleologisch, d.h. keine Zwecke verfolgt. Die zufällig den Umweltbedingungen angepassten Organismen vermehren sich, die anderen sterben aus. Ein Beispiel: Albino Mäuse überleben schwerlich in warmen Klimata weil sie gut sichtbar sind für die Raubvögel - derweil die weniger sichtbaren braunen oder grauen Mäuse sich ungestört vermehren können. Begänne es nun - aus welchem Grund auch immer - zu schneien, würden die weißen Mäuse, dank ihres Gendefekts - sich vermehren. Die grauen und braunen Mäuse würden vermehrt gefressen, bzw. aussterben, wenn der Schnee bleibt. Da ist kein teleologisches Prinzip erkennbar. Die Evolution hat weder Interessen, noch Zwecke. In der Erdgeschichte sind laufend Arten verschwunden. Anzunehmen, dass wir als Art nicht verschwinden werden, ist eine Hybris. In dem Zusammenhang noch ein Gedanke, der die spezifische Leserschaft dieses Blogs interessieren mag: Der von Darwin im Zusammenhang mit der Evolutionstheorie eingebrachte Begriff "Fitness" bedeutet "Angepasstheit" und keineswegs physiologische Leistungsfähigkeit im sportlichen Sinne, wie das Beispiel mit den Mäusen klar vor Augen führt. Auch der Sapiens - eine physiologisch miserabel ausgerüstete "Frühgeburt" - ist der Überlebende mehrerer, heute ausgestorbener, Menschenarten. Welche Zufälle dafür verantwortlich sind, können wir derzeit nur erahnen. Die Forschung schreitet aber voran. Vielen Dank für Ihr Interesse! Ihr Werner Kieser.

  • 29.12.2016 | Gerhard :

    Sehr geehrter Herr Kieser, Erst einmal danke für die Rückantwort. Sollte sich solch eine künstliche Intelligenz gegen seinen Kreator richten, so könnte man rückfolgern, dass dies des Kreators Eigenverschulden ist, entstanden aus grobem Egoismus, Habgier und töricht menschlicher Allmachtvisionen. Eine Maschinen führt nur das aus, wozu sie programmiert wurde. Futuristische Hypothesen diesbezüglich, will ich mal aussen vor lassen. Ihr Versuch mit der Albino-Maus-Metapher die Zwecklosigkeit der Evolution zu erklären, ist unterhaltsam, aber unvollständig. Deswegen unvollständig, weil wir weder den Anfang noch das Ende kennen und solch grobe Ausweichungen, wie Schnee im Sommer erst mal erklärt werden müssen. So müssen wir uns auch mit absolutistischen Haltungen etwas zurückhalten. Die Evolution an sich hat vielleicht keinen Zweck, aber die Wesen als solche schon, der zweck ihrer ist die ständige Anpassung auf ihre Umwelt, Stichwort: Epigenetik. Ich bin ein Befürworter der Evolutions Theorie, geniesse sie aber mit Vorsicht, da sie nur ein kleiner Teil des riesen Puzzles ist. Klar, der Mensch selber war nicht immer der selbe wie heute und wird es auch nicht sein. Ich lehne hier jede religiöse Theorie was dies angeht ab. Der Mensch selber mag eine Frühgeburt sein, weil sich evolutionär der Beckenkanal der Mutter und die Kopfgrösse des Kindes überschnitten haben. Dies hat bestimmt seine Gründe. Warum der Kognitive Teil bzw. das Gehirn, evolutionär, so einen grossen Sprung im Gegensatz zum Körper gemacht hat, ist äusserst Rätselhaft. Sein, in Relation, übermässiger Energie- und Sauerstoffverbrauch ca. 20%, verglichen zu Schaffen, ca. 3%, lassen uns ahnen, was für einen wichtigen Vorteil dieses Organ für unser Überleben haben muss. Ich empfehle Ihnen das Buch "Die manipulierte Evolution", ein hochwissenschaftliches Buch, das fast alle Themen der Medizin streift, mit Einbezug evolutionärer Faktoren. Beste Grüsse Gerhard

  • 29.12.2016 | Werner Kieser:

    Lieber Gerhard, ich habe mich nicht tiefschürfend mit Robotik und Informatik befasst, gehe aber davon aus, dass mit der Vernetzung von Maschinen tatsächlich neue, nicht vom Kreator intendierte Programme entstehen, d.h. schon in Gebrauch sind. Computerviren arbeiten ja ebenfalls weitgehend "selbständig". Die Evolution spielt sich ja am Beispiel der resistent werdenden Grippeviren vor unseren Augen ab. Natürlich durchlief der Mensch - anders als die Mäuse - seine Anpassung nicht ausschließlich durch Selektion. Er hat sich mit Feuer, Kleidung usw. selbst angepasst und ist fleißig dabei, diesen Aktionsradius auszudehnen. Die Vergrößerung des Hirns ist nicht rätselhafter als die Verlängerung des Halses von der Giraffe oder andere Veränderungen im Laufe der Jahrmillionen. Mir fällt einfach auf, dass nicht nur Laien, sondern auch Fachleute, immer wieder nach einem "Sinn" oder "Zweck" der - aus meiner Sicht völlig zufälligen evolutionären Phänomene suchen. Einer meiner früheren Bekannten überlebte im Kugelhagel des 1. Weltkrieges. Er sah wie seine Kameraden um ihn herum fielen - und meinte stets, das könne kein Zufall sein, dass er nicht getroffen wurde. Nun ja, seine Kameraden können sich dazu nicht äußern, wie alle jene, die vor uns von der Evolution "ausgemendelt" wurden. Vielen Dank für den Buchhinweis! Ihr Werner Kieser

  • 02.01.2017 | Poli Moutevelidis:

    Ein verstörendes Thema, wie ich finde. Allerdings hat ja alles wo es Licht gibt, auch Schatten. Wie weit die Forschung in den nächsten Jahren kommen wird, werden wir erleben. Ich sage da nur "Nanobots" Viele Grüße aus Dortmund

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