Kein Leuchtturm, aber ein leuchtendes Kaninchen

Viele Menschen gehen davon aus, dass wir – wie alle anderen Tiere – von einem Gott geschaffen wurden. Für andere hat die Evolution alle Lebewesen hervorgebracht. Eine Tatsache jedoch muss Gläubigen wie Ungläubigen zu denken geben: Nach einer
nunmehr vier Milliarden Jahre dauernden Entwicklungsgeschichte kommt ein Lebewesen aus der Gruppe der Hominiden auf die Idee, eigenhändig neue Arten von Lebewesen zu kreieren, Lebewesen, die sich nicht durch die quasi blinde Selektion ergeben.

So schufen Forscher beispielsweise ein fluoreszierendes Kaninchen durch Implantation
des Gens einer grün fluoreszierenden Qualle in den Embryo eines weißen Kaninchens. Ich bin mir nicht sicher, ob einer Vielzahl von Zeitgenossen die Brisanz dieser Neuerung bewusst ist. Natürlich ist es eine prima Sache, wenn wir mit der Gentechnik
unheilbare Krankheiten zum Verschwinden bringen. Dass wir aber Lebewesen, inklusive Menschen, nach Zwecken kreieren können, öffnet eine Büchse der Pandora. Nicht umsonst überschreibt der Forscher Yuval Noah Harari in seinem Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ das letzte Kapitel mit dem Titel „Das Ende des Homo sapiens“. Ein wichtiges Buch!

Ihr Werner Kieser

Kommentare

  • 11.10.2016 | Harald Schwab:

    Sehr geehrter Herr Kieser Herzlichen Dank für Ihre immer sehr interessanten Themen, welche Sie auf Ihrer Homepage veröffentlichen! Ich empfinde die Denkanstösse welche Sie einem mit auf den Weg geben als sehr eindrucksvoll und möchte mich hiermit bei Ihnen persönlich herzlichst bedanken. Sportliche Grüsse und bitte weiter Harald Schwab

  • 12.10.2016 | Werner Kieser:

    Lieber Herr Schwab, es freut mich, dass Ihnen unsere Beiträge gefallen. Ihr Werner Kieser

  • 14.10.2016 | Hans Schulz:

    Ja, dann werde ich mir mal dieses Buch zur Brust nehmen, toller Denkanstoss! Liebe Grüsse Hans

  • 13.12.2016 | Randolf Knäulein:

    Guten Tag, Herr Kieser! Ich bin nun schon langjähriger Kieserer, aber glaube nicht an eine Evolution, nicht mal eine theistische, ja, ich glaube an Schöpfung, an Kreation, an ein Intelligent Design. Dr. Richard Wiskin, das Magazin Factum, die Studiengemeinschaften Wort und Wissen oder der Deutsche Christliche Technikerbund, dies alles sind gute Quellen, die andere Theorie, neben der Evolutionstheorie zumindestens einmal anzusehen. Spinnerei oder Tatsachen, das kommt auf den jeweiligen Glauben an. Ein Onkel, der Rektor war, sagte mir, jetzt - in der Rente - darf er erstmals über diese Theorien, z. B. um Prof. Dr. Werner Gitt nachdenken, ohne "Konsequenzen" befürchten zu müssen. Die familiengefährdende Gender-mainstreaming-Ideologie überrollt uns ja quasi auch... Es grüßt, wünscht des biblischen Gottes reichen Segen, in diesem Sinne frohe Weihnachten und Advent (Ankunft des Retters, Jesus), guten Rutsch und ein gesundes & gesegnetes Jahr 2017, Ihnen und Familie. Randolf Knäulein Joh. 3, Vers 16: "Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen (einzigen) Sohn gab, damit ALLE DIE AN IHN GLAUBEN nicht verlorengehen, sondern das ewige Leben haben."

  • 13.12.2016 | Werner Kieser:

    Lieber Randolf Knäulein, erst mal freut es mich, dass Sie schon langjährig Kieser Training machen. Dann danke ich Ihnen für die Feiertagswünsche; auch Ihnen wünsche ich geruhsame Feiertage. Ihr Glaube sei Ihnen unbenommen. Ich bin der Ansicht, dass Religion "Geschmacksache" ist. Kritisch wird es erst, wenn Vertreter einer Glaubensrichtung Menschen mit anderer Ausrichtung zwingen wollen, ihre Überzeugung zu übernehmen. Dann wehre ich mich. Sie zitieren aus der Bibel. Ein faszinierendes Buch, zweigt es doch die Problematik mit denen der Sapiens konfrontiert war: dem Übergang vom Jäger- und Sammlerdasein zur Sesshaftigkeit. Da Sie und viele Leser dieses Blogs ja wissenschaftlich interessiert sind, hier noch drei Buchempfehlungen:"Tagebuch der Menschheit - Was die Bibel über unsere Evolution verrät", "Eine kurze Geschichte der Menschheit" und "Die Geburt des Monotheismus im alten Iran". Ihr Werner Kieser

  • 16.12.2016 | Jürgen Bastian:

    Glaube muß zur Überzeugung werden, und Überzeugung resultiert nur aus Verstehen der Schöpfung und deren Gesetzen. Religionen sind ein Dogma die den Menschengeist binden und ihn am Aufstieg hindern. Nur der Mensch der in sich frei bleibt und die Gottesgesetze ( Naturgesetze, Schöpfungsgesetze) kennt und dann darnach lebt steht fest in der Schöpfung. Zu diesem Thema empfehle ich das Buch " Im Lichte der Wahrheit". Liebe Grüße, Jürgen Bastian

  • 27.12.2016 | Gerhard :

    Guten Tag Herr Kieser, Vielen Dank für ihren Beitrag und die Reflexion. Es wäre interessant wenn Sie ihren Gedanken bezüglich der Pandora Büchse, etwas runterbrechen würden. Was genau hätten wir zu befürchten (ethisch), Ihrer Meinung nach? Wie kommen Sie auf die Idee die Evolution sei frei von Teleologischen Ansprüchen? Ist der Zweck ihrer nicht die Art-Erhaltung? Diese gezüchteten Wesen, haben nicht die gleiche Lebensqualität wie "echte" aus der Natur aus erschaffene Kreaturen. Man weiss dass ihre Lebenserwartung gering ist und sie in ihren physiologischen Funktionen gewissermassen eingeschränkt sind. Beste Grüsse

  • 27.12.2016 | Werner Kieser:

    Lieber Gerhard, meine Bedenken sind weniger ethischer Natur als vielmehr im Sinne des Überlebens unserer Spezies. Ein Beispiel aus meiner Büchse der Pandora: Die Züchtung von menschenähnlichen Kreaturen, mit hohen kognitiven und körperlichen Fähigkeiten, vernetzt mit mit artifizieller (digitaler) Intelligenz, könnte sich - aus nachvollziehbaren Gründen - gegen ihre Kreatoren wenden. Die die jüdische Golem-Saga würde Wirklichkeit. Es scheint tatsächlich so, dass die Evolution nicht teleologisch, d.h. keine Zwecke verfolgt. Die zufällig den Umweltbedingungen angepassten Organismen vermehren sich, die anderen sterben aus. Ein Beispiel: Albino Mäuse überleben schwerlich in warmen Klimata weil sie gut sichtbar sind für die Raubvögel - derweil die weniger sichtbaren braunen oder grauen Mäuse sich ungestört vermehren können. Begänne es nun - aus welchem Grund auch immer - zu schneien, würden die weißen Mäuse, dank ihres Gendefekts - sich vermehren. Die grauen und braunen Mäuse würden vermehrt gefressen, bzw. aussterben, wenn der Schnee bleibt. Da ist kein teleologisches Prinzip erkennbar. Die Evolution hat weder Interessen, noch Zwecke. In der Erdgeschichte sind laufend Arten verschwunden. Anzunehmen, dass wir als Art nicht verschwinden werden, ist eine Hybris. In dem Zusammenhang noch ein Gedanke, der die spezifische Leserschaft dieses Blogs interessieren mag: Der von Darwin im Zusammenhang mit der Evolutionstheorie eingebrachte Begriff "Fitness" bedeutet "Angepasstheit" und keineswegs physiologische Leistungsfähigkeit im sportlichen Sinne, wie das Beispiel mit den Mäusen klar vor Augen führt. Auch der Sapiens - eine physiologisch miserabel ausgerüstete "Frühgeburt" - ist der Überlebende mehrerer, heute ausgestorbener, Menschenarten. Welche Zufälle dafür verantwortlich sind, können wir derzeit nur erahnen. Die Forschung schreitet aber voran. Vielen Dank für Ihr Interesse! Ihr Werner Kieser.

  • 29.12.2016 | Gerhard :

    Sehr geehrter Herr Kieser, Erst einmal danke für die Rückantwort. Sollte sich solch eine künstliche Intelligenz gegen seinen Kreator richten, so könnte man rückfolgern, dass dies des Kreators Eigenverschulden ist, entstanden aus grobem Egoismus, Habgier und töricht menschlicher Allmachtvisionen. Eine Maschinen führt nur das aus, wozu sie programmiert wurde. Futuristische Hypothesen diesbezüglich, will ich mal aussen vor lassen. Ihr Versuch mit der Albino-Maus-Metapher die Zwecklosigkeit der Evolution zu erklären, ist unterhaltsam, aber unvollständig. Deswegen unvollständig, weil wir weder den Anfang noch das Ende kennen und solch grobe Ausweichungen, wie Schnee im Sommer erst mal erklärt werden müssen. So müssen wir uns auch mit absolutistischen Haltungen etwas zurückhalten. Die Evolution an sich hat vielleicht keinen Zweck, aber die Wesen als solche schon, der zweck ihrer ist die ständige Anpassung auf ihre Umwelt, Stichwort: Epigenetik. Ich bin ein Befürworter der Evolutions Theorie, geniesse sie aber mit Vorsicht, da sie nur ein kleiner Teil des riesen Puzzles ist. Klar, der Mensch selber war nicht immer der selbe wie heute und wird es auch nicht sein. Ich lehne hier jede religiöse Theorie was dies angeht ab. Der Mensch selber mag eine Frühgeburt sein, weil sich evolutionär der Beckenkanal der Mutter und die Kopfgrösse des Kindes überschnitten haben. Dies hat bestimmt seine Gründe. Warum der Kognitive Teil bzw. das Gehirn, evolutionär, so einen grossen Sprung im Gegensatz zum Körper gemacht hat, ist äusserst Rätselhaft. Sein, in Relation, übermässiger Energie- und Sauerstoffverbrauch ca. 20%, verglichen zu Schaffen, ca. 3%, lassen uns ahnen, was für einen wichtigen Vorteil dieses Organ für unser Überleben haben muss. Ich empfehle Ihnen das Buch "Die manipulierte Evolution", ein hochwissenschaftliches Buch, das fast alle Themen der Medizin streift, mit Einbezug evolutionärer Faktoren. Beste Grüsse Gerhard

  • 29.12.2016 | Werner Kieser:

    Lieber Gerhard, ich habe mich nicht tiefschürfend mit Robotik und Informatik befasst, gehe aber davon aus, dass mit der Vernetzung von Maschinen tatsächlich neue, nicht vom Kreator intendierte Programme entstehen, d.h. schon in Gebrauch sind. Computerviren arbeiten ja ebenfalls weitgehend "selbständig". Die Evolution spielt sich ja am Beispiel der resistent werdenden Grippeviren vor unseren Augen ab. Natürlich durchlief der Mensch - anders als die Mäuse - seine Anpassung nicht ausschließlich durch Selektion. Er hat sich mit Feuer, Kleidung usw. selbst angepasst und ist fleißig dabei, diesen Aktionsradius auszudehnen. Die Vergrößerung des Hirns ist nicht rätselhafter als die Verlängerung des Halses von der Giraffe oder andere Veränderungen im Laufe der Jahrmillionen. Mir fällt einfach auf, dass nicht nur Laien, sondern auch Fachleute, immer wieder nach einem "Sinn" oder "Zweck" der - aus meiner Sicht völlig zufälligen evolutionären Phänomene suchen. Einer meiner früheren Bekannten überlebte im Kugelhagel des 1. Weltkrieges. Er sah wie seine Kameraden um ihn herum fielen - und meinte stets, das könne kein Zufall sein, dass er nicht getroffen wurde. Nun ja, seine Kameraden können sich dazu nicht äußern, wie alle jene, die vor uns von der Evolution "ausgemendelt" wurden. Vielen Dank für den Buchhinweis! Ihr Werner Kieser

  • 02.01.2017 | Poli Moutevelidis:

    Ein verstörendes Thema, wie ich finde. Allerdings hat ja alles wo es Licht gibt, auch Schatten. Wie weit die Forschung in den nächsten Jahren kommen wird, werden wir erleben. Ich sage da nur "Nanobots" Viele Grüße aus Dortmund

  • 23.01.2017 | Heinz Zwahlen:

    Alles sehr interessant. Schöpfung, Evolution, beide haben gute Gründe. Doch dass meine biologische Existenz bald aufhört zu existieren, möchte ich mich lieber von dem liebenden Schöpfergott getragen wissen, der mich, und alle, die wollen, auch erlöst hat und niemals im Stich lässt.

  • 11.02.2017 | Wolfgan Schwartz:

    Diese oder ähnliche Gedanken gehen mir oft durch den Kopf und bereiten mir Sorge. Wir greifen schon viel zu oft und viel zu tief in die Natur ein und begreifen nicht, dass wir niemals perfekter als die Natur sein können. Kleine Bugs, verursacht durch unsere Lebensart, zu korrigieren/ zu reparieren, das ist ok- aber alles hat seine Grenzen. Grenzen deshalb, weil solche "Erfolge", einmal in falsche Hände geraten, verheerendes anrichten zumindest aber sinnlosen Blödsinn. Nutzt man diese Möglichkeiten aber mit Verantwortung und Achtung der Natur, kann man "Wunder" anstossen. Leider verwischen sich diese Grenzen und die ganze Geschichte wird, wie Sie es schon gesagt haben, zur "Büchse der Pandora ".

  • 11.02.2017 | Werner Kieser:

    Lieber Heinz Zwahlen, das ist "Geschmacksache". Mir sind bittere Wahrheiten noch immer lieber als süße Lügen.

  • 11.02.2017 | Werner Kieser:

    Lieber Wolfgang Schwartz, das empfinde ich auch so. Nach der Lektüre von "Eine kurze Geschichte der Menschheit" (ein Buch das ich vorbehaltlos empfehle) wurde mir klar, wie kurzfristig wir denken und handeln. Und dass die Umstellung nach Jahrhundertaussenden Jäger- und Sammlerdasein in die Zivilisation der Sesshaftigkeit uns noch immer nicht bekommt. Ihr Werner Kieser

  • 12.02.2017 | Armand:

    Danke für die Glaubensfreiheit, die Freiheit hier seine Meinung zu äussern, ohne dass sie zensiert wird. Sehr interessantes, kontroverses nie endendes Thema. Heutzutage vemag man durch die Wissenschaften viel erklären und doch ist vieles unerklärbar, hypothetisch und so zimmert halt jeder mehr oder weniger seine eigene Meinung. Welche schlussendlich richtig ist, werden wir, nach meiner Meinung, die sich zu 100% mit Derjenigen von Randolf Knäulein deckt, erst nach unserem Tode erfahren und dann ist es zu spät zur Umkehr. Der Sinn des Lebens, ist zu erkennen, dass der Dreieinge Gott, der Vater Jesus Christi unser aller Schöpfer ist, der Schöpfer des Universums. Keine Evolutionstheorie, keine Urknalltheorie. ER schuf uns zu Seinem Ebenbilde und liess nichts unversucht, auf Seinem Wege zu bleiben. Doch er schenkte uns einen freien Willen, so dass wir selber entscheiden können, ob wir an Ihn glauben, ihm vertrauen oder ihn ablehnen. ER schenkte uns sogar das grösste Geschenk, Seinen Sohn Jesus, der uns von unserer Schuld (Sünde), die uns seit Adam und Eva von Gott trennt, durch Seinen Opfertod, erlöste. All Diejenigen die dies allein aus Glauben/Vertrauen annehmen, Ihr von Gott-Getrenntsein bekennen, von ihren Gottfernen Wegen umkehren und Gottgefällig leben, haben eine unvorstellbare schöne Zukunft in Ewigkeit vor sich. Diejenigen aber die dies ablehnen, lehnen unseren Schöpfer ab und sie werden daher eine unvorstellbare qualvolle Zukunft in Ewigkeit haben, ohne Umkehr. Wie gesagt....erst nach unserem Tode werden wir die Gewissheit haben, welche Meinung, welche Lebenseinstellung, welcher "Glaube" der Richtige war. Doch wenn wir nur wollten, wir würden schon jetzt den richtigen Weg finden, denn wer sucht der findet, wer anklopft, dem wird aufgetan, es ist noch nicht zu spät.....(Auch ich habe, nebst der Biebel, ein Buchtipp ;-) Jesus unser Schicksal: http://www.buecher.de/shop/allgemeines/jesus-unser-schicksal/busch-wilhelm/products_products/detail/prod_id/01324816/ ) Mögen Euch diese Zeilen berühren, aufwühlen ;-) Gruss Armand

  • 12.02.2017 | Werner Kieser:

    Lieber Armand, danke für Ihre Meinungsäußerung. Es ist zwar nicht die Idee dieses Blogs und auch nicht meine Aufgabe, hier einen religionskritischen Diskurs loszutreten. Da Sie sich aber die Mühe gemacht haben, einen umfangreichen Beitrag zu schreiben, finde ich es korrekt, wenn ich Ihnen auch meine Sicht darlege. Das Christentum - eigentlich eine Kopie des Judentums - ist monotheistisch. Der Monotheismus entstand in der Übergangszeit von unserer Jäger-Sammler Gesellschaft zur Zivilisation der Agrarkultur und der damit verbundenen Sesshaftigkeit. Die Forschung geht davon aus, dass der animistische Geisterglaube zwar für Stammeskulturen tauglich war, jedoch nicht für die Steuerung großer Verbände, wie sie zur Bewirtschaftung großer Landstriche (Zweistromland) und zum Bau von Städten und großer Bauwerken (z.B. Pyramiden) unabdingbar waren. Sowohl die vielfältige Geisterwelt des Animismus wie der Monotheismus waren eben damals "Wissenschaft". Wenn Sie die Hygienevorschriften im Alten Testament und in der Thora lesen, erkennen Sie leicht, dass es sich um "Präventivmedizin" und "Therapie" handelt, also um die Vermeidung von Übel. Man stellte sich vor, dass "jemand" diese Übel schickt. Und so trachtete man danach, die Absichten des Verursachers zu erkennen und herauszufinden, was sein Wohlgefallen erzeugen könnte. Die Vorstellung, dass Krankheiten durch Viren und nicht durch das Missfallen eines Gottes entstehen, war damals fremd. Aus dem Suchen nach den Ursachen entstand das naturwissenschaftliche Denken, das sich aber bald im Widerspruch zum herrschenden Glauben befand. Denn mittlerweile hat sich eine von der Gemeinschaft bezahlte und den Herrschenden geschützte Priesterkaste gebildet, die sich bis heute an ihre Privilegien klammert. Das ist meine „Meinung“, die aber, wie die Evolutionstheorie, durch wissenschaftliche Fakten gesichert ist. Natürlich ist es jedem freigestellt, die Wirklichkeit nach Vorstellungen, die vor 2000 Jahren Gültigkeit hatten, nachzuhängen. Wie gesagt, mich interessieren Tatsachen, auch wenn sie hart sind. Wunschdenken hat seine Faszination für mich schon sehr lange verloren. Die Evolution hat kein „Interesse“ daran, dass wir nach unserer Reproduktion noch länger leben als die Brutpflege erfordert. Dass diese „geschenkte“ Zeit erträglich, ja bekömmlich gestaltet werden kann, verdanken wir der modernen Wissenschaft und nicht dem Glauben an Götter und andere Geister. Ich würde jede Wette eingehen: Die Hälfte sämtlicher Leser dieses Blogs wären heute ohne die moderne Medizin nicht mehr am Leben. Ihr Werner Kieser

  • 13.02.2017 | Armand:

    Ich bin mit sehr vielem von Ihnen genanntem Einverstanden; die Wissenschaften haben uns sehr weit gebracht, doch sie können und werden uns nie alles erklären, nie alle grossen Probleme lösen können; viele offene Fragen werden bleiben, auch bei sehr grossen Mengen an investierten Finanzen. Die psychiatrischen Anstalten und Gefängnisse werden nicht kleiner...... Es wird nie Frieden geben, die charakterlichen Eigenschaften der Menschen werden nicht besser, auch nicht in einer Gesellschaft die im Wohlstand und Frieden lebt. Die Erde so wie wir sie kennen, wird untergehen, denn der Mensch hat sich gegen seinen Schöpfer entschieden. Die Wissenschaft, bzw. Menschen trotz ihres enormen Wissens und IQ, zu Gott zu machen ist nicht der richtige Weg, ist überheblich, anmassend und traurig. Das Geschöpf kann sich nicht über seinen Schöpfer erheben und wenn er es versucht, wird er gestürzt. Saulus der Judenverfolger, der zu Paulus dem Apostel Jesu Christi wurde, erklärt uns in den nachfolgenden 14 Versen, in seinem Brief an die Korinther folgendes zum Thema: Die Weisheit der Welt ist Torheit vor Gott...... In dem Sinne schliesse ich nun dankend meinen Beitrag, werde ihn nicht mehr weiter kommentieren, in der Hoffnung, dass der Samen, der Glaubenssamen den ich hier säen durfte auf nahrhaften Boden fällt und nicht unter Dornen oder auf kiesigen Weg wo die Raben sie aufpicken oder von der Sonne verdorren. Möge dieser Beitrag einen anderen Blickwinkel aufzeigen und zum Nachdenken anregen, indem ich Ihren, lieber Herr Kieser, zitierten Satz umdrehe: Dass diese „geschenkte“ Zeit erträglich, ja bekömmlich gestaltet werden kann, verdanken wir nicht nur der modernen Wissenschaft, sondern vorallem der Gnade Gottes, denn wir leben noch in der Gnadenzeit und die Menschen sollten sich dringlichst informieren, was danach kommt.--- Nun was sagt uns Paulus bezüglich Weisheit der Welt ist Torheit vor Gott: .....Dass Jesus Christus am Kreuz für uns starb, muss freilich all denen, die verloren gehen, unsinnig erscheinen. Wir aber, die gerettet werden, erfahren gerade durch diese Botschaft vom Kreuz die ganze Macht Gottes. Denn Gott spricht in der Heiligen Schrift: "Bei mir zählt nicht die Weisheit der Welt, nicht die Klugheit der Klugen. Ich werde sie verwerfen." Was aber haben sie dann noch zu sagen, all diese Philosophen, die Kenner der heiligen Schriften, die redegewandten Leute dieser Welt? Hat Gott ihre Weisheiten nicht als Unsinn entlarvt? Denn Gott in seiner Weisheit hat es den Menschen unmöglich gemacht, mit Hilfe ihrer eigenen Weisheit Gott zu erkennen. Stattdessen beschloss er, alle zu retten, die einer scheinbar so unsinnigen Botschaft glauben. Die Juden wollen Wunder sehen, und die Griechen suchen nach Weisheit. Wir aber sagen den Menschen, dass Christus am Kreuz für uns sterben musste, auch wenn das für die Juden eine Gotteslästerung ist und für die Griechen blanker Unsinn. Und dennoch erfahren alle, die von Gott berufen sind - Juden wie Griechen -, dass sich gerade in diesem gekreuzigten Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit zeigen. Was Gott getan hat, übersteigt alle menschliche Weisheit, auch wenn es unsinnig erscheint; und was bei ihm wie Schwäche aussieht, übertrifft alle menschliche Stärke. Schaut euch selbst an, liebe Brüder und Schwestern! Sind unter euch, die Gott berufen hat, wirklich viele, die man als gebildet und einflussreich bezeichnen könnte oder die aus einer vornehmen Familie stammen? Nein, denn Gott hat sich die aus menschlicher Sicht Törichten ausgesucht, um so die Klugen zu beschämen. Gott nahm sich der Schwachen dieser Welt an, um die Starken zu demütigen. Wer von Menschen geringschätzig behandelt, ja verachtet wird, wer bei ihnen nichts zählt, den will Gott für sich haben. Aber alles, worauf Menschen so großen Wert legen, das hat Gott für null und nichtig erklärt. Vor Gott kann sich niemand etwas auf sein Können einbilden. Auch ihr verdankt alles, was ihr seid, der Gemeinschaft mit Jesus Christus. Er ist Gottes Weisheit für uns. Durch ihn haben wir Anerkennung vor Gott gefunden, durch ihn können wir ein Leben führen, wie es Gott gefällt, und durch ihn sind wir auch befreit von unserer Schuld. So trifft nun zu, was die Heilige Schrift sagt: "Wenn jemand stolz sein will, soll er auf das stolz sein, was Gott für ihn getan hat!" (1.Korinther 1, 18-31)

  • 13.02.2017 | Werner Kieser:

    Lieber Armand, besten Dank für Ihren Schlussbeitrag. Kurz zusammengefasst: Sie glauben, dass uns ein Gott erschaffen hat. Ich bin der Ansicht, dass wir uns alle Götter - auch den christlichen Gott - geschaffen haben. Viele Menschen teilen Ihre Meinung: einige sind meiner Ansicht. Damit können wir es nun belassen. Ihr Werner Kieser

  • 15.02.2017 | Markus:

    Meiner Ansicht nach ist die Diskussion zwischen Glaubenden und Skeptikern unproduktiv, da beide Lager ihre These nicht beweisen können und man sich sozusagen im luftleeren Raum bewegt. Gefährlich wird es dann, wenn Vertreter einer Glaubens-Richtung ihren Glauben bzw. ihre Thesen als "Die (absolute) Wahrheit" proklamieren und einen Alleinvertretungs-Anspruch erheben, wie dies fanatische Christen und v.a. fanatische Muslime tun. Persönlich bin ich wohl Agnostiker und der Auffassung, dass es Dinge gibt, welche der menschliche Verstand schlicht nicht erfassen kann. Fanatismus aber - egal welcher Art - führt letztlich zu Krieg und Verdruss, es wird immer verschiedene Menschen mit verschiedenen Ansichten geben. Die Welt ist eigentlich gross genug für alle...

  • 25.02.2017 | Gerda:

    Dies ist ein wirklich guter abschließender Kommentar zu diesem Thema !

  • 26.02.2017 | Mike:

    Sehr geehrter Herr Kieser, Sie schreiben u. a. : "Die Evolution hat kein „Interesse“ daran, dass wir nach unserer Reproduktion noch länger leben als die Brutpflege erfordert." Ich stelle dazu folgende Frage: Ab wieviel Reproduktionen ist denn das Interesse der Evolution an Reproduktion optimal erfüllt? Und selbst wenn die natürliche potentielle reproduktive Phase der Frau i. d. R deutlich vor Ihrem Tod endet, kann jede Verlängerung ihres Lebens über die Menopause hinaus dazu beitragen Unterstützungsleistungen für andere zu erbringen, so dass diese reproduktiver sein können als ohne diese Unterstützungsleistung. Wenn ich mich richtig erinnere sieht z. B. Daniel Lieberman (Harvard Universität) darin einen möglichen Sinn der verlängerten nichtreproduktiven Adoleszenzphase.

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