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15.12.2014
Artikel

Proteine: Der Stoff aus dem die Muskeln sind

„Allein 60 Prozent des körpereigenen Eiweiß entfallen auf die Muskulatur“, sagt Professor Dr. oec. troph. Nicolai Worm. Worm lehrt Ernährungswissenschaften an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement. „Die Muskulatur ist unser größter Eiweißspeicher.“

Unsere Muskeln brauchen Eiweiß

So sorgen beispielsweise in der Muskelfaser die Eiweißfilamente Myosin und Aktin zusammen mit Tropomyosin und Troponin dafür, dass Sie Ihre Muskeln anspannen können. Das größte bekannte menschliche Eiweißmolekül ist ebenfalls ein Muskelprotein: Titin. Es ist unter anderem dafür verantwortlich, dass sich die Aktin- und Myosinfilamente in der Muskelfaser zu einem regelmäßigen Muster ordnen.

Auch die Zellflüssigkeit – das Sarkoplasma – enthält Eiweiß, z. B. das Myoglobin, das eine wesentliche Rolle für den Sauerstofftransport im Muskel spielt. Ebenso eiweißhaltig sind die Kraftwerke (Mitochondrien), die Eiweißfabriken (Ribosomen) sowie die muskelaufbauenden Enzyme. Kurzum: Ohne Eiweiß geht im Muskel gar nichts.

Proteine haben eine kurze Lebensdauer

Allerdings haben Muskelproteine eine kurze Lebensdauer: „Im Körper eines Erwachsenen haben Muskelproteine eine Halbwertzeit von 7 bis 15 Tagen“, erklärt Worm. „Die Lebensdauer von Proteinen im Sarkoplasma ist sogar noch kürzer. Das bedeutet, es werden ständig Muskelproteine ab- und aufgebaut.“

Logische Folge: Um unsere Muskeln zu erhalten, zu reparieren oder aufzubauen, ist eine ausreichende Versorgung mit essenziellen Aminosäuren unerlässlich. Worm bringt es auf den Punkt: „Ist die Eiweißzufuhr zu gering, baut der Körper wertvolle Muskelmasse ab.“

Krafttraining erhöht den Bedarf

Wird der Muskel beim Muskelaufbautraining über ein bis zwei Minuten überschwellig und bis zum lokalen Versagen belastet, steigt unser Protein-Bedarf. Worm erklärt: „Die Muskelzelle nimmt eine größere Menge von Aminosäuren auf und die Protein-Synthese steigt. Es werden beispielsweise mehr kontraktile Proteine gebildet. Vor allem nach dem Training ist die Produktion von Muskeleiweiß um das Ein-bis Zweifache erhöht. Damit steigt auch unser Bedarf an essenziellen Aminosäuren“, betont Worm.

Lesen Sie aus unserer Reihe zu Proteinen auch diese Artikel:

Teil 1: Proteine - der Baustoff der Muskeln
Teil 2: Proteine - der Stoff aus dem die Muskeln sind
Teil 3: Wann braucht der Körper Proteine?
Teil 4: Proteine - auf die Qualität kommt es an

 

Prof. Dr. oec. troph. Nicolai Worm

Prof. Dr. Worm studierte Oecotrophologie an der TU München und promovierte an der Universität Gießen. Am Institut für Sozialmedizin, Prävention und Rehabilitation in Tutzing/Starnberger See lag sein Forschungsschwerpunkt im Bereich „Ernährung und Herzinfarkt“.  Es folgten Lehrtätigkeiten zum Thema Sporternährung an der Trainer-Akademie des Deutschen Sportbundes in Köln, an den Apothekerkammern Bayern und Nordrhein und an der Universität Innsbruck. Von 1996 bis 2007 war Worm Mitglied des Humanwissenschaftlichen Zentrums (HWZ) der Ludwig-Maximilians-Universität
in München. Er war wissenschaftlicher Beirat von „Leichter Leben in Deutschland“ und seit 2009 ist er Professor an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG). Außerdem ist Worm Autor verschiedener Ernährungsbücher.

Quellen:
Hollmann, W., Strüder, H. K.. (2009). Sportmedizin. Grundlagen für körperliche Aktivität, Training und Präventivmedizin. Köln: Schattauer Verlag.
Friedrich, W. (2007). Optimales Sportwissen. Grundlagen der Sporttheorie und Sportpraxis. Balingen: Spitta Verlag.
Lehmberger, H., Maniameli, F., Worm, N. (2014). Eiweiß Guide. Lünen: systemed Verlag.

THEMEN: Proteine

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