Rudi Völler:

"Wer viel Verantwortung trägt, braucht einen starken Rücken."

Mit Rückenkraft zum Erfolg

Als ehemaliger Fußballer und Geschäftsführer Sport von Bayer 04 Leverkusen weiß Rudi Völler, wie wichtig eine starke Rückenmuskulatur ist. Sie gibt dem Körper die nötige Stabilität und sorgt dafür, dass in unserer Wirbelsäule die Wirbel an ihrem vorgesehenen Platz bleiben.

Herr Völler, Sie waren 19 Jahre lang Profisportler und sind seit ewigen Zeiten mit dem Sport professionell verbunden. Welche Beziehung haben Sie zum Training?
Ich glaube, man kann sagen, dass ich immer trainingsfleißig war. Nach dem Motto: ohne Fleiß kein Preis. Nur mit vernünftigem Training kann man sich verbessern. Man muss permanent an den Dingen arbeiten, die man halt nicht so gut kann. Das Talent ist nur die Basis.

Wer hat Ihnen das vermittelt?
Niemand. Der Antrieb kam glücklicherweise immer von mir selbst. Ich habe gesehen, was die anderen mit dem Ball können – Schusstechnik, Kopfballspiel, Dribbling –, und wollte das dann selber anwenden.

Sie sprechen jetzt vom Training mit dem Ball. Hat man zu Beginn Ihrer aktiven Zeit auch schon Krafttraining gemacht?
Ja, schon auch. Das fing schon Ende der Siebziger an, als es mit meiner Profikarriere losging. Natürlich geht es primär um den Ball. Das Spiel heißt ja Fußball. Aber ich habe schon als Jugendlicher gemerkt, dass ich recht schmal war. Deswegen war für mich klar, dass ich mir ein bisschen Muskelmasse zulegen muss, um mich besser durchsetzen zu können. Aber immer nur bis zu einem gewissen Punkt. Übertreiben darf man’s nicht.

Ging es damals vor allem um die Beine, oder war es ein gesamtheitliches Krafttraining?
Schon um den ganzen Körper, aber mehr in Sachen Fitness. Damals wusste man zum Beispiel auch noch nicht, wie sehr der Rücken durch Fußball gefordert wird. Die schnellen Richtungswechsel, die abrupten Stopps, Überstreckungen beim Kopfball und so weiter, das beansprucht die Wirbelsäule enorm. Deshalb schauen wir da heute auch viel gezielter auf ein effektives Training der Rückenmuskulatur. Rückenprobleme sind recht häufig im Fußball, da ist unser Stefan Kießling bei weitem nicht der Einzige.

Rudi Völler: "Ein gutes Muskelkorsett kann viele Verletzungen verhindern."

Das ist nicht nur für Profifußballer relevant, sondern betrifft jeden Einzelnen. Je besser Ihre Muskeln trainiert sind, desto weniger Beschwerden kennt Ihr Rücken. Und umso mehr können Sie leisten und unternehmen.

Haben Sie selber Rückenprobleme?
Nur die üblichen altersbedingten (lacht). Aber ich mache auch immer brav meine Rückenübungen, bevor ich joggen gehe. Meine Problemzone sind die Knie. Ein Knorpelschaden. Normale Verschleißerscheinung nach 19 Jahren Profisport.

Welche Unterschiede zu heute sehen Sie beim Training generell?
Die Fitness spielt heute noch mal eine ganz andere Rolle. Es wird noch viel mehr gelaufen. Und öfter gespielt. Dank der Wissenschaft kann man heute viel gezielter und effizienter trainieren. Das läuft jetzt alles unter hochfachlicher Anleitung ab. Man kann bei den Übungen ja auch Fehler machen. Das muss man unbedingt vermeiden. Aber hart trainiert haben wir auch früher.

Was ist Ihre Erfahrung: Konnten Sie damals durch gezieltes Krafttraining Verletzungen vorbeugen? Inwiefern hat Ihnen damals Krafttraining zu einer schnelleren Genesung verholfen?
Ja natürlich, ein gutes Muskelkorsett kann viele Verletzungen, die zum Beispiel durch unglückliche Bewegungen entstehen, verhindern. Und gerade nach einer Verletzung ist es sehr wichtig, bald wieder mit schonendem und individuell angepasstem Training anzufangen - und heute ist man da wissenschaftlich auch noch viel weiter, da gibt es noch viel zielgenauere Übungen.

Sie sind heute Geschäftsführer Sport bei Bayer 04 Leverkusen und schon seit Jahren eng mit dem Club verbunden. Wie haben Sie damals als Spieler den Weg hierher gefunden?
Ich war damals im Spätherbst meiner Karriere. Ich war 34, hatte gerade die WM in den USA gespielt, stand bei Olympique Marseille unter Vertrag und wollte noch mal irgendwo anders ein, zwei Jahre dranhängen. Anfragen gab es einige – sowohl aus der Bundesliga als auch aus Italien. Reiner Calmund, damals Sportchef von Bayer 04 Leverkusen, kam nach Marseille und lud mich zum Essen ein. Von der Bouillabaisse, die wir uns eigentlich teilten, blieb nicht viel für mich übrig. Ich meinte dann zu ihm: "Mein Appetit ist nicht gestillt. Wir sehen uns in Leverkusen."

War für Sie eigentlich immer klar, dass Sie nach Ihrer aktiven Zeit beim Sport bleiben?
Nicht unbedingt, aber es ist natürlich das, wovon man am meisten versteht. Das Management hat mich schon immer sehr gereizt. Ich habe meine Lehre als Bürokaufmann auf der Geschäftsstelle von Kickers Offenbach gemacht und mich damals schon für alles interessiert, was so im Hintergrund ablief. Das mit dem Trainerjob stand hingegen nie auf meinem Zettel. Da bin ich so reingerutscht.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Die ganze Woche hoffen, dass wir flach spielen und hoch gewinnen (lacht)! Es ist eine Mischung aus Medienarbeit, Sponsorenterminen, Abstimmung mit dem Trainer, Personalpolitik, Kaderzusammenstellung und vertraglichen Dingen – würde ich mal ganz vereinfacht sagen.

Rudi Völler: "Bei Kieser Training wird genauso fokussiert und professionell gearbeitet wie bei Bayer 04 Leverkusen. Hier wie dort werden die Herausforderungen ganz gezielt und unter professioneller Obhut angegangen. Ohne Schnickschnack, ohne je zu vergessen, worum es wirklich geht."

Von außen wirkt Bayer 04 Leverkusen wie ein Verein, der nicht über die Stränge schlägt und in die eigenen Tugenden vertraut. Ein starkes Mannschaftsgefühl und gezielte Aufbauarbeit scheinen wichtiger als große Stars. Teilen Sie diese Einschätzung?
Ich teile Ihre Einschätzung natürlich. Wir setzen auf junge Leute, die wir dann ganz gezielt verbessern. Den neuen Nationalspieler Kai Havertz haben wir hier in Leverkusen ausgebildet. Das ist für einen Club natürlich der Idealfall.

Kieser Training ist seit dieser Saison Ärmelsponsor von Bayer 04 Leverkusen. Wieso passen diese beiden Marken so gut zusammen?
Ganz einfach: Bei Kieser Training wird genauso fokussiert und professionell gearbeitet wie bei Bayer 04 Leverkusen. Hier wie dort werden die Herausforderungen ganz gezielt und unter professioneller Obhut angegangen. Ohne Schnickschnack, ohne je zu vergessen, worum es wirklich geht. Bei uns um erfolgreichen, attraktiven Fußball, bei Kieser Training um einen gesunden, leistungsfähigen Körper. Und weil der auch bei uns Voraussetzung für alles Weitere ist, passen wir ideal zusammen.

Wie hat der Trainer Rudi Völler seine Spieler motiviert? Wie haben Sie zu ihnen gesprochen in der Kabine?
Da gibt’s kein großes Geheimnis. Was in der Kabine passiert, wird manchmal überschätzt. Klar kann man die Mannschaft mit einer Ansprache motivieren und ihren Kampfgeist wecken. Viel wichtiger ist jedoch die tagtägliche Arbeit mit den Spielern. Mit jedem einzelnen. Man begleitet sie, lernt sie kennen, weiß um ihre Stärken und Schwächen und kann sie dann entsprechend aufbauen. Das gezielte Training macht den Unterschied.

Früher gab es immer wieder schöne Geschichten von Spielern, die das Training geschwänzt haben. Gibt es die noch?
Nein. Die gibt’s in der Form gar nicht mehr. Klar muss man beim einen oder anderen ab und zu mal ein bisschen anschieben, aber wer heute in der Bundesliga mitspielen will, kann sich Faulheit nicht erlauben. Das rächt sich sofort. Außerdem weiß die junge Generation sehr genau, wo sie hinwill.

Nicht nur Profifußballer haben ein ganzes Expertenteam – auch bei uns trainieren Sie professionell.
Krafttraining macht Sinn, auch wenn man keinen Leistungssport betreibt. Ab dem 50. Lebensjahr verlieren wir jährlich zwischen 0,6 und 2 Prozent Muskelmasse; Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und Beweglichkeit nehmen ab – das Einzige, was dagegen hilft, ist regelmäßiges, intensives Training. Persönliche Betreuung und ein maßgeschneidertes Programm sind dabei das A und O.